ERLAUBNISFELD STERUP

Die Erlaubnis zur gewerblichen Aufsuchung von Kohlenwasserstoffen erstreckt sich über eine Fläche von 183 km² und überdeckt im Wesentlichen die nördliche Fortsetzung des Doggertroges im östlichen Schleswig-Holstein. In diesem Strukturzug liegen eine Anzahl von Erdölfeldern, die in den 60er bis 80er Jahren des vergangenen Jahrhunderts gefördert wurden und danach in der Zeit niedriger Ölpreise stillgelegt wurden.

Die beantragte Fläche ist damit Teil der wichtigsten Erdöl-Förderprovinz Deutschlands (Schleswig-Holstein und Niedersachsen), die laut LBEG im Jahr 2010 zusammen 93.3 Prozent der deutschen Gesamtproduktion erbrachten.

Derzeit gibt es in der Region eine aktive Feldesproduktion durch RWE-DEA aus dem mit 350-400 MMBO Reserven größten Offshorefeld Deutschlands, dem Ölfeld Mittelplate/Dieksand. In 2010 kamen 54 Prozent der inländischen Ölförderung allein aus Mittelplate/Dieksand. Weitere jurassische Dogger-Ölfelder gleichen Typs (z.B. Schwedeneck, Schwedeneck See, Preetz, Boostedt-Plön, Plön-Ost, Kiel und mehrere andere) wurden mit über 50 MMBO bereits ausgefördert. In sämtlichen Feldern fand eine erfolgreiche konventionelle Fördertechnik ohne Fracking Anwendung.

Central Anglia plant die Erforschung der potentiellen Lagerstätten mit  Hilfe moderner 3D seismischer Messungen und geologischer Modellierungen, um weiteres Öl nachzuweisen und dieses mit modernen Produktionsbohrungen wirtschaftlich zu fördern. Für eine solche Produktion sind nur wenige Bohrungen erforderlich, die von Sammelbohrpunkten (gemeinsamen Bohrplätzen) in die verschiedenen Lagerstättenteile gebohrt werden sollen. Diese Vorgehensweise reduziert den Platzbedarf an der Oberfläche auf ein Minimum.

In den Betriebsplänen und beim Bohren wird größte Sorgfalt darauf gelegt, dass vor allem die Trinkwasser-führenden obersten 200-300m durch mehrfache Verrohrung und Zementierung vom weiteren Bohrfortschritt und später bei der Produktion von Öl abgeschottet und dauerhaft geschützt sind.

Als Grundlage für den Lizenzantrag wurde ein Konzept für die Exploration mehrerer ungebohrter Ölprospekte erarbeitet. Ziel der Exploration in der geplanten Lizenz Sterup sind potentiell ölführende Sande des Jura (Dogger-Sandsteine) und/oder Rhät in geringen Tiefen von weniger als 1500m.

Die erwarteten Sandsteine des Dogger (Jura) und Rhät (Trias) sind durch den Salzstock auf dessen Flanke angeschleppt. Der Strukturabschluss liegt bei ca. 1150m und die Lagerstätte weist eine Fläche von 5-10 km2 auf und ist durch neue Seismik im Detail zu vermessen.

Die Reservoireigenschaften sind generell gut bis sehr gut, d.h. es werden Nettosandmächtigkeiten von 5-30m (Dogger) und 5-40m (Rhät) erwartet. Die durchschnittlichen Porositäten liegen in dieser geringen Tiefe bei 10-30% und die Permeabilitäten bei bis zu mehreren Darcy. Insofern ist dies ein exzellenter Ölträger mit guten Produktionseigenschaften. Wegen der geringen Teufe und der sehr guten Lagerstätteneigenschaften des Trägers ist dieser Horizont mit einer relativ geringen Anzahl von Produktionsbohrungen zu fördern. Stimulierungsmaßnahmen wie Fracking machen bei solch hohen Porositäten und Durchlässigkeiten (Permeabilitäten) keinen Sinn und werden deshalb ausgeschlossen.


Übersichtskarte Erlaubnisgebiet Sterup