Lagerstättenwasser

Was ist Lagerstättenwasser in Öllagerstätten?

Bei Lagerstättenwasser handelt es sich um Salzwasser, das sich natürlicherweise in einer Lagerstätte befindet und durch die Förderung von Erdöl zutage kommt.

Der Anteil von Lagerstättenwasser unterscheidet sich je nach Beschaffenheit des Gesteins. Bei der Förderung von Erdöl aus herkömmlichen Öllagerstätten wird erst überhaupt kein Lagerstättenwasser mitgefördert (kann je nach Lagerstättengröße und Fördertempo mehrere Jahre dauern) und erst mit Abnahme der geförderten Ölmenge erhöht sich der Anteil an Lagerstättenwasser bis er zum Ende der Produktionsphase über 90 % erreichen kann.

Zusammensetzung von Lagerstättenwasser:

Die Zusammensetzung des Wassers hängt von der jeweiligen Gesteinsschicht ab. In Norddeutschland besteht es in der Regel aus stark salzhaltigen Lösungen sowie geringen Mengen an Kohlenwasserstoffen. Je nach Lagerstätte können auch natürliche schwach radioaktive Stoffe, sogenannte NORM-Stoffe, enthalten sein.

Entsorgung:

Das an den Förderstellen anfallende Lagerstättenwasser wird per Rohrleitung oder Tanklastwagen zu Versenkbohrungen befördert und dort nach vorheriger Aufbereitung bei Öllagerstätten wieder in die ölführende Formation eingebracht. Alle Maßnahmen müssen von der zuständigen Aufsichtsbehörde genehmigt werden und unterliegen regelmäßigen Kontrollen.

In einem Ölfeld wird es in erster Linie deshalb wieder in die Lagerstätte verpumpt, um den Lagerstättendruck aufrecht zu erhalten (Beispiel Eich). Dafür werden in der Regel alte Bohrungen in leer geförderten Bereichen der Lagerstätte benutzt. Dadurch kann der Nutzungsgrad der Erdöllagerstätte erhöht werden.

Lagerstättenwasser ist keine verharmlosende Bezeichnung sondern der Fachbegriff für dieses Naturprodukt, das zudem mitnichten ein "Giftcocktail", sondern vorrangig aus Salzwasser besteht, wie es in Tiefen ab ca. 300 m natürlicherweise vorkommt. Man könnte es auch als Grundwasser von Meeren der erdgeschichtlichen Vergangenheit bezeichnen.
Eine allgemeingültige Zusammensetzung für Lagerstättenwasser gibt es nicht. Diese ist immer abhängig vom Speichergestein sowie der Zusammensetzung des Lagerstättenmediums. Auf jeden Fall ist das zurückgeführte Wasser vom Öl getrennt (das ja verkauft wird) und es sind nur noch minimale Spuren von Kohlenwasserstoffen in dem salzigen Wasser vorhanden.